
Am 31. August 2026 wurde die goldene Spandauer Ehrennadel an Iris Schiemann verliehen.
Laudatio
Es gibt Menschen, die helfen, weil sie eine Aufgabe suchen. Und dann gibt es Menschen wie Frau Schiemann, für die Helfen einfach selbstverständlich ist. Vor über zwanzig Jahren begann ihr Engagement bei LAIB und SEELE – zunächst eher durch einen kleinen Umweg: Ein Fahrer wurde gesucht, und Frau Schiemann hatte schnell eine Idee: „Mein Mann könnte das doch machen.“ Was als Hilfe von ihrem Mann begann, wurde schon bald zu ihrem eigenen ehrenamtlichen Weg – und zu einem Engagement, das bis heute anhält. Doch wie das bei vielen Ehrenamtlichen so ist: Wer einmal hineinschnuppert, bleibt selten allein. Schon bald fand auch Frau Schiemann ihren Platz im Team. Sie wurde herzlich aufgenommen – und aus einer kleinen Unterstützung wurde eine Aufgabe, die sie bis heute mit großer Freude erfüllt. Wenn man Frau Schiemann fragt, warum sie sich engagiert, fällt die Antwort kurz und klar aus: „Helfen tu ich schon immer.“ Und auf die Frage nach dem Warum folgt: „Wenn jemand Hilfe braucht – helfen!“
Eigentlich könnte man an dieser Stelle die Rede schon beenden. Denn mehr muss man über Frau Schiemann kaum wissen. Diese beiden Sätze beschreiben ihre Haltung besser als jede Auszeichnung oder jeder Lebenslauf. Seit inzwischen mehr als zwanzig Jahren gehört sie zu den festen Stützen von LAIB und SEELE im Falkenhagener Feld. Jeden Freitag zwischen 12 und 16 Uhr verwandeln sich die Räume der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde in einen Ort, an dem Hilfe ganz praktisch wird. Rund 150 bis 200 Menschen erhalten hier jede Woche Lebensmittel. Bevor die erste Kiste ausgegeben werden kann, ist bereits eine Menge Arbeit geleistet worden. Die Lebensmittel müssen bei Supermärkten und Bäckereien abgeholt werden. Anschließend wird sortiert, kontrolliert und verpackt. Obst zu Obst. Gemüse zu Gemüse. Alles wird sorgfältig zusammengestellt, damit am Ende jeder das erhält, was benötigt wird. Wer jetzt denkt, das passiere alles von allein, den muss ich leider enttäuschen. Hinter jeder gefüllten Kiste stehen Menschen, die früh aufstehen und anpacken. Etwa 42 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass alles funktioniert.
Mittendrin ist seit über zwei Jahrzehnten Frau Schiemann. Mit ihrer ruhigen, herzlichen Art begegnet sie jedem Menschen auf Augenhöhe. Sie sorgt dafür, dass sich niemand wie eine Nummer fühlt. Fünf Jahre lang engagierte sie sich darüber hinaus im Café der Gemeinde. Auch dort ging es nie nur um Kaffee und Kuchen. Es ging um Begegnungen. Um Gespräche.
Und darum, Menschen einen Ort zu geben, an dem sie willkommen sind. Begleitet wurde sie auf diesem Weg insbesondere von Frau Hoppmann, der Leiterin der Ausgabestelle. Über sie sagt Frau Schiemann ganz schlicht: „Sie war immer da.“
Liebe Frau Schiemann, mit Ihrem Einsatz haben Sie den sozialen Zusammenhalt in unserem Bezirk über viele Jahre hinweg mitgestaltet.
Sie haben gezeigt, dass Menschlichkeit keine großen Worte braucht. Für diese Haltung, für Ihre Verlässlichkeit und für Ihren außergewöhnlichen ehrenamtlichen Einsatz danken wir Ihnen von Herzen. Es ist uns eine große Freude und Ehre, Ihnen heute die Spandauer Ehrennadel in Gold zu verleihen.
Herzlichen Glückwunsch!